7 spektakuläre Ausflüge unter die Erde
Von Tropfsteinformationen über Wasserfälle bis hin zu unterirdischen Seen: In der Schweiz gibt es mehrere Höhlen zu entdecken. Wir stellen sieben davon vor.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweiz sind viele Höhlen besuchbar.
- Sie warten mit faszinierenden Steinformationen, Stalagmiten und Stalaktiten auf.
- In einigen Höhlen gibt es sogar unterirdische Seen und Wasserfälle.
In der Schweiz verbergen sich unter der Erdoberfläche zahlreiche Höhlen. Viele davon lassen sich besichtigen und sind heute spannende Ausflugsziele für Gross und Klein.
St. Beatus-Höhlen, Sundlauenen BE
Ein aussergewöhnliches Höhlenerlebnis wartet in Sundlauenen am Thunersee: die berühmten St. Beatus-Höhlen. Vom weitläufigen Höhlensystem sind bis heute ungefähr 14 Kilometer erforscht, rund einen Kilometer davon kann man auf eigene Faust entdecken.

Auf dem begehbaren Abschnitt trifft man auf beeindruckende Tropfsteinformationen, einzigartige Formen und Farben sowie unterirdische Wasserfälle. Die St. Beatus-Höhlen, die zu den zehn grössten Höhlen der Schweiz gehören, sind das ganze Jahr offen. Auf dem beschilderten Weg vermitteln Informationstafeln auf Deutsch und Englisch Wissenswertes über die Geologie und Geschichte der Höhlen.
Da die Wege und Treppenstufen feucht sein können, sind gutes Schuhwerk und warme Kleidung empfehlenswert.
Höllgrotten, Baar ZG
Die Tropfsteinhöhlen Höllgrotten inmitten des Lorzentobels bei Baar ZG sind über 6000 Jahre alt. Gebildet wurden sie im Laufe der Jahrtausende von kalkhaltigen Quellen.

Mit ihren faszinierenden Stalagmiten und Stalaktiten üben die Höllgrotten eine besondere Magie aus. Und so lassen sich in diesem unterirdischen, mystischen Reich Felsformationen in den unterschiedlichsten Farbnuancen sowie kleine Seen bestaunen.
Die Höhlen sind beleuchtet und durch begehbare Wege miteinander verbunden. Für den Rundgang sollte man auf festes Schuhwerk setzen und warme Kleidung mitnehmen.
Grottes de Réclère, Réclère JU
Tief unter der Erde wartet mit den Grottes de Réclère in Réclère im Kanton Jura eine eindrückliche Welt aus Stalagmiten und Stalaktiten. Zu den Höhepunkten des Tropfsteinhöhlen-Systems gehört ein Saal mit über 15 Meter hohen Stalagmiten und einer rätselhaften Steinformation.
Entdecken lässt sich die Höhle ausschliesslich im Rahmen einer Führung. Dabei legt man etwa 1,5 Kilometer zurück und bewältigt rund 500 Treppenstufen. Warme Kleidung gehört deshalb ebenso zur Ausrüstung wie gutes Schuhwerk. Denn in der Höhle herrscht ganzjährig eine Temperatur von rund sieben Grad.
Wer danach noch nicht genug hat, findet gleich neben den Grotten den Préhisto-Parc. Auf einem zwei Kilometer langen Waldweg mit über 40 lebensgrossen Nachbildungen von Sauriern und anderen Tieren kann man die Evolution von den ersten Amphibien über die Dinosaurier bis hin zu den ersten Säugetieren erwandern.
Hölloch, Muotatal SZ
Mehr als 207 Kilometer bekannte Gänge machen das Hölloch im Muotatal im Kanton Schwyz zu einem der grössten Höhlensysteme der Welt. Entsprechend viel gibt es unter der Erde zu entdecken.
Bei geführten Touren geht es durch riesige Hallen und geheimnisvolle Gänge vorbei an Felsformationen, die die Natur im Laufe von rund einer Million Jahren geschaffen hat. Die Guides vermitteln dabei Wissenswertes über die Geschichte und Entdeckung des Höllochs sowie das Leben in der Höhle.

Ergänzt wird das Erlebnis durch das Besucherzentrum mit einer interaktiven Ausstellung zu Themen wie Mensch und Höhle, das Klima und die Vegetation vor den Eiszeiten, die Karstlandschaft mit dem grössten Fichtenurwald des Alpenraums, geologische Prozesse und Wetterphänomene.
Im Hölloch herrschen das ganze Jahr über rund sechs Grad und eine Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent.
Kristallhöhle Kobelwald, Oberriet SG
Hier ist der Name Programm: In der Kristallhöhle Kobelwald in Oberriet funkeln unzählige Kristalle an den Wänden und machen den Gang unter die Erde zu einem besonderen Erlebnis.

Das gesamte Höhlensystem erstreckt sich über 665 Meter, wovon 128 Meter als Schauhöhle ausgebaut und für Besucherinnen und Besucher zugänglich sind. Während der rund 30- bis 40-minütigen Besichtigung erfährt man unter anderem, wie die Kristalle entstanden sind. Feste Schuhe und warme Kleidung sind empfehlenswert.
Lac Souterrain, Saint-Léonard VS
Eine Bootsfahrt tief im Inneren eines Berges: Dieses ungewöhnliche Erlebnis bietet der Lac Souterrain in Saint-Léonard zwischen Sion und Sierre. Der 300 Meter lange, 20 Meter breite und 10 Meter tiefe See liegt 30 bis 70 Meter unter den Weinbergen.
Während der rund 30-minütigen geführten Fahrt gleitet man über das klare Wasser und erfährt mehr über die Geologie und Entstehung des Sees. Vor oder nach der Bootsfahrt kann man den didaktischen Bereich am Eingang besuchen. Dort zeigt eine 3D-Projektion Legenden aus alter Zeit.
Warm anziehen lohnt sich auch hier: Unter der Erde liegen die Temperaturen bei ungefähr acht bis zehn Grad.
Feengrotte mit Höhlenwasserfall, Saint-Maurice VS
Ein unterirdischer See und ein 50 Meter hoher Wasserfall bilden den spektakulären Abschluss eines Besuchs der Feengrotte oberhalb von Saint-Maurice. Seit 1863 führt ein beleuchteter Weg durch kurvenreiche Galerien ins Innere des Berges. Rund 500 Meter legt man dabei zurück.

Der Grotte fehlt es auch nicht an einer passenden Legende: Wer seine linke Hand in den Feenbrunnen taucht, dessen Wunsch soll in Erfüllung gehen. Allerdings muss man sich derzeit gedulden. Wegen Renovationsarbeiten bleibt die Feengrotte noch bis Ende 2026 geschlossen.








