Wechseljahre können Gehirn und Arbeitsleben beeinflussen
Die Wechseljahre können langfristig mit Veränderungen im Gehirn verbunden sein und zugleich den Berufsalltag vieler Frauen deutlich erschweren.

Forschende untersuchten 2603 Frauen und fanden Zusammenhänge zwischen einem früheren Menopausenbeginn, schnellerem geistigem Abbau und Alzheimer. Dabei zeigte sich besonders beim episodischen Gedächtnis ein Zusammenhang, während frühere Wechseljahre auch Veränderungen der weissen Hirnsubstanz begünstigten.
Die Frauen waren zu Studienbeginn durchschnittlich 78 Jahre alt und wurden überwiegend rund sieben Jahre lang wissenschaftlich beobachtet. Laut «WELT» zeigten MRT-Aufnahmen bei früherer Menopause häufiger Veränderungen, die auf mögliche Schädigungen kleiner Blutgefässe hindeuten können.
Eine direkte Ursache liess sich daraus jedoch nicht ableiten, weil weitere gesundheitliche Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen könnten. Die Forschenden vermuten unter anderem einen Zusammenhang mit dem sinkenden Östrogenspiegel während der hormonellen Umstellungsphase.
Wechseljahre belasten den Berufsalltag
Auch am Arbeitsplatz können Beschwerden erhebliche Folgen haben, wie eine belgische Untersuchung mit 2408 Arbeitnehmerinnen verdeutlicht. Laut «BRF» berichteten 55,3 Prozent der betroffenen Frauen von direkten Auswirkungen ihrer Beschwerden auf die eigene Arbeitsleistung.
Bei beeinträchtigten Arbeitnehmerinnen verdoppelte sich zudem der Erholungsbedarf gegenüber Frauen mit Beschwerden ohne direkte berufliche Einschränkungen. Gleichzeitig zeigte die Untersuchung ein höheres Burnout-Risiko sowie häufiger auftretende krankheitsbedingte Fehlzeiten unter den betroffenen Beschäftigten.
Trotz dieser Auswirkungen bleibt das Thema Menopause für viele Beschäftigte am Arbeitsplatz schwierig und teilweise weiterhin gesellschaftlich tabuisiert. 23,4 Prozent konnten die Wechseljahre nach eigenen Angaben nicht beim Arbeitgeber ansprechen, während rund 70 Prozent unsicher waren.
Wirtschaftliche Folgen der Wechseljahre
In Deutschland befinden sich schätzungsweise neun bis elf Millionen Frauen in den Wechseljahren, von denen viele Beschwerden erleben. «Ad-hoc-News» berichtet zudem von jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten von rund 9,4 Milliarden Euro durch Wechseljahrsbeschwerden.
Eine MenoSupport-Befragung zeigte ausserdem, dass ungefähr ein Viertel der Frauen ihre Arbeitszeit wegen Beschwerden bereits reduziert hatte. Bei dauerhaft eingeschränkter Belastbarkeit gelten für eine Erwerbsminderungsrente allerdings strenge medizinische und versicherungsrechtliche Voraussetzungen nach deutschem Sozialrecht.

Damit können die Wechseljahre gesundheitliche, berufliche und wirtschaftliche Auswirkungen miteinander verbinden und verschiedene Lebensbereiche gleichzeitig beeinflussen. Weitere Forschung soll helfen, Zusammenhänge besser einzuordnen und geeignete Unterstützungsangebote für betroffene Frauen gezielter zu entwickeln.











