Cupra Raval: Der etwas andere Polo?
Heisse Optik, lahme Basis? Der Cupra Raval lockt ab 26'700 CHF. Ist das neue E-Kurvenwunder ein Schnäppchen oder nur eine Mogelpackung?

Elektroautos für die urbane Zentralschweiz präsentieren sich oft langweilig und tilweise auch massiv überteuert. Die sportliche Trendmarke Cupra bricht dieses Bild mit dem brandneuen Raval nun radikal auf.
Der selbstbewusste Kleinwagen nutzt konsequent die hochentwickelte MEB-Plus-Plattform aus dem Volkswagen-Konzernregal. Im dichten Pendlerverkehr zwischen Zürich und Bern punktet dieses innovative Elektro-Package mit Agilität und hoher Effizienz.

Mit einer kompakten Aussenlänge von lediglich 4.05 Metern gleitet der wendige Spanier flink in jede Parklücke. Die markante Optik weckt beim designbewussten Betrachter auf Anhieb hohe Erwartungen an die Performance.
Agiles Kurvenwunder mit grosser Ladeklappe
Auf kurvigen Schweizer Passstrassen zeigt der dynamische Fronttriebler sofort seine ausgeprägten sportlichen Talente. Das serienmässige Fahrwerk glänzt in schnellen Kehren mit einer straffen und perfekt austarierten Abstimmung.
Selbst bei ambitionierten Richtungswechseln krallt sich der Raval vehement in den griffigen Asphalt. Ein grosszügiges Kofferraumvolumen von stolzen 441 Litern schlägt die meisten direkten Konkurrenten im Kleinwagen-Segment spielend.
Der praktische Ladeboden nimmt den wöchentlichen Grosseinkauf oder sperriges Sportequipment ohne Mühe auf. Damit beweist der flinke Spanier einen unerwartet hohen Nutzwert im hektischen Alltag.
Die schmerzhafte Enge in der zweiten Reihe
Ein kritischer Blick in den hinteren Fahrgastraum dämpft die anfängliche Euphorie jedoch spürbar ab. Erwachsene Passagiere stossen im engen Fond rasch an die Grenzen des Komforts.
Die sportlich abfallende Dachlinie schränkt die wichtige Kopffreiheit auf den hinteren Plätzen massiv ein. Hier verliert der emotionale Spanier im direkten Vergleich zu seinen eher pragmatisch gestalteten Konzernbrüdern an Boden.
Das kantige SUV-Schwestermodell Skoda Epiq bietet auf gleicher Plattform spürbar mehr Raum für alle Mitfahrer. Cupra opfert den praktischen Komfort im Fond ganz bewusst für eine aufregende und athletische Silhouette.
Digitales Cockpit mit feinstem Sound
Im Innenraum setzt der Hersteller voll auf moderne Konnektivität und das innovative Android-Betriebssystem. Ein grosser Touchscreen dominiert das Cockpit und ermöglicht den Zugriff auf einen hauseigenen App-Store.
Die logische Menüführung überzeugt und wirkt zu keinem Zeitpunkt überfrachtet oder unübersichtlich. Musikliebhaber erfreuen sich optional an einem klanggewaltigen Premium-Soundsystem aus dem bekannten Hause Sennheiser.

Nachhaltige Materialien wie recycelte Stoffe zieren die sportlichen Schalensitze des modernen Interieurs. Der digitale Fokus des Cockpits hebt den Raval deutlich von der oft konservativeren Konkurrenz ab.
Magerer Basisstrom gegen teuren Premium-Schub
Die offizielle Preisliste startet für den Schweizer Markt bei verlockenden 26'700 Franken. Für diesen vermeintlich günstigen Einstiegspreis erhalten Kunden allerdings nur eine recht überschaubare technische Basisleistung.
Die kleine Batterie mit 37 Kilowattstunden Kapazität erlaubt lediglich eine bescheidene Reichweite von rund 300 km. Eine maximale DC-Ladeleistung von nur 50 Kilowatt blockiert die Autobahn-Schnelllader zudem viel zu lange.
Erst das exklusive Topmodell VZ Extreme bietet standesgemässe 226 PS sowie zeitgemässe Ladezeiten am Schnelllader. Mit über 41'800 Franken sprengt diese Performance-Version das Budget klassischer Kleinwagen-Käufer jedoch komplett.






