Gendermedizin: Gleiche Gesundheit für Frauen und Männer

    Maike Lindberg
    Maike Lindberg

    Oft sind die Geschlechter in der Medizinforschung nicht gleichgestellt. Häufig geht diese nämlich vom männlichen Standard aus – zum Nachteil von Frauen.

    Mann und Frau forschen im Labor
    Männer und Frauen müssen medizinisch unterschiedlich betrachtet werden. - Depositphotos

    Häufig gibt es medizinisch kleine, aber feine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Geschlechtermedizin, auch Gendermedizin genannt, setzt genau hier an.

    Sie betrachtet medizinische Fragen unter Berücksichtigung des Geschlechts und bringt dabei erstaunliche Erkenntnisse ans Licht.

    Es geht nicht nur um biologische Unterschiede, sondern auch um soziale Aspekte. Männer und Frauen haben unterschiedliche Lebenserwartungen und Krankheitsbilder variieren je nach Geschlecht – all das spielt eine Rolle in dieser neuen Disziplin.

    Die Notwendigkeit einer geschlechterspezifischen Medizin

    Das Konzept der Gendermedizin hat sich aus dem Bedürfnis heraus entwickelt, individuellere Behandlungsansätze zu finden. Es geht darum, den Patienten als Individuum zu sehen – einschliesslich seines Geschlechts.

    Ältere Frau hat Kopfschmerzen
    Starke Kopfschmerzen können bei Frauen auf einen Schlaganfall hinweisen. - Depositphotos

    Studien zeigen deutlich auf: Es gibt signifikante Unterschiede in Symptomen, Diagnosen und Therapien zwischen Männern und Frauen bei vielen Krankheiten. So können beispielsweise Herzinfarkte bei Frauen anders verlaufen als bei Männern und ein Schlaganfall hat jeweils andere Symptome.

    Wo liegen die medizinischen Unterschiede?

    Das zeigt sich etwa im Bereich psychischer Erkrankungen: Während Männer häufiger unter Suchterkrankungen leiden, sind Frauen anfälliger für Depressionen und Angststörungen.

    Bei Autoimmunerkrankungen wiederum sind Frauen häufiger als Männer betroffen.

    Selbst in der Pharmakologie zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede. Medikamente wirken bei Männern und Frauen unterschiedlich – ein Aspekt, der bisher oft vernachlässigt wurde und Leben kosten kann.

    Die Zukunft ist gleichberechtigt – auch in der Medizin!

    Geschlechtermedizin hat das Potenzial, die medizinische Landschaft zukünftig nachhaltig zu prägen. Sie wird dazu beitragen, dass Behandlungsansätze individueller werden und Patienten besser versorgt werden können.

    Junge Ärzte
    Damit Frauen und Männer medizinisch gleichgestellt sind, muss die Wissenschaft sich mehr auf die medizinischen Besonderheiten einstellen. - Depositphotos

    Es ist an der Zeit, dass Ärzte nicht nur das Alter oder den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Patienten berücksichtigen, sondern auch ihr Geschlecht. Nur so kann eine wirklich personalisierte und damit immer effektivere Medizin entstehen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Frau bei Ärtztin

    MEHR IN HEALTH

    Frau schminkt sich ab.
    1 Interaktionen
    kleiner junge
    7 Interaktionen
    sorten wasser
    14 Interaktionen