23:1-Intervallfasten: Gesunde Diät oder verrückte Hungerkur?

    Franziska Hauser
    Franziska Hauser

    Die One-Meal-A-Day-Diät (OMAD) erfreut sich zunehmender Beliebtheit als Methode zur Gewichtsreduktion. Doch ist sie wirklich gesund und für jeden geeignet?

    Intervallfasten, bunte Teller: leer, mit Wecker und mit Essen.
    23 Stunden lang fasten, im Zeitraum eine Stunde essen (dürfen): Kann das gesund sein? - Depositphotos

    Die Diät, bei der man nur eine Mahlzeit pro Tag zu sich nimmt (OMAD) – auch bekannt als 23:1-Intervallfasten – kann dabei helfen, Gewicht und Körperfett zu verlieren. Doch ist diese Methode noch gesund und wenn ja, kann jeder sie machen?

    Bei dieser Diätform konsumiert man lediglich innerhalb einer Stunde des Tages Kalorien. Dabei handelt es sich meist um das Abendessen. Der Rest des Tages bleibt kalorienfrei.

    Ein Vorteil dieser Methode: In der Nahrungsauswahl ist man völlig frei, Kalorien werden nicht gezählt.

    Vor- und Nachteile der Diät

    Viele Befürworter der OMAD-Diät betonen deren positive Aspekte, so den schnellen Gewichtsverlust oder die einfache Handhabung. Allerdings gibt es wenig wissenschaftliche Evidenz dafür, dass diese Form des Fastens tatsächlich beim Abnehmen hilft.

    Bunte Speisen und Besteck in Form einer Uhr auf einem weissen Teller.
    Bei der OMAD-Diät sollte man in der Stunde, in der man essen darf, mehr zu sich nehmen als leichtes «Diät-Essen. - Depositphotos

    Trotz möglicher Vorteile birgt die OMAD-Diät auch Risiken. So können Hungergefühle und Heisshungerattacken auftreten, ebenso wie Schwächegefühle – aufgrund unregelmässiger Nahrungs- und damit Energieaufnahme – oder Konzentrationsschwierigkeiten.

    Zudem kann die OMAD-Diät das Risiko für Essstörungen erhöhen, da die langen Hungerphasen zu Essattacken führen oder andersrum ans Nicht-Essen gewöhnen können.

    Auswirkungen auf Diabetes und Cholesterin

    Personen mit bestimmten Vorerkrankungen wie beispielsweise Typ-1-Diabetes oder niedrigem Blutzuckerspiegel könnten durch die OMAD-Diät unnötig Risiken auf sich nehmen. Studien zeigen, negative Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel und die Glukosetoleranz auftreten können – obwohl das Fasten das Körperfett reduziert.

    Leerer Teller, Wecker. Intervallfasten.
    23 Stunden lang gar nichts zu essen ist eine krasse Herausforderung und nicht für jeden gut. - Depositphotos

    Für manche Menschen mag die OMAD-Diät ein idealer Trick zum schnellen Abnehmen sein – doch gibt es bessere, gesündere Methoden. Der effektivste Weg zum Idealgewicht ist immer noch eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit regelmässiger Bewegung.

    Reicht Ihnen das nicht, konsultieren Sie vor drastischen Entscheidungen Ihren Arzt oder Gesundheitsexperten. Sie wollen schliesslich abnehmen UND gesund sein – nicht das eine auf Kosten des anderen!

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Fasten

    MEHR IN HEALTH

    Apfel, Brett, Äpfel schneiden
    5 Interaktionen
    Person mit entzündeter Speiseröhre
    3 Interaktionen
    Mutter tröstet weinende Tochter
    1 Interaktionen