Demo für grüne und soziale Landwirtschaft und gegen Agrokonzerne

Über 2000 Personen sind am Samstag in Basel für eine ökologischere und sozialere Landwirtschaft und gegen Agrochemiekonzerne auf die Strasse gegangen. Dass die Behörden die Innerstadt-Demoroute nicht mehr bewilligten, hatte im Vorfeld zu reden gegeben.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Basel haben über 2000 Personen am «March against Monsanto» teilgenommen.
  • Die Demonstranten protestierten gegen die «zerstörerische Macht» der Agrokonzerne.
  • Zur Sprache kamen auch lokale Forderungen wie die Finanzierung des agrarökologischen Instituts an der Universität Basel.
Am diesjährigen «March against Monsanto» haben über 2000 Personen teilgenommen. - Keystone

Im Rahmen der weltweiten Bewegung «March against Monsanto» forderten die Protestierenden einen Richtungswechsel in der Landwirtschaft und prangerten eine «zerstörerische Macht» der Agrokonzerne an. Unter anderem kritisierten sie giftige Pestizide, Gentechnik, Saatgut-Patente und die Profitlogik in der Nahrungsmittelproduktion.

Dazu kamen lokale Forderungen wie etwa die Finanzierung eines agrarökologischen Instituts an der Basler Universität sowie ein Ende von Sponsoring- und anderen Partnerschaften des Stadtkantons mit Syngenta. Ein offener Brief an die baselstädtische Regierung mit diesen Anliegen wurde zur Demo publiziert.

In Basel ist der Hauptsitz von Syngenta, einem der weltweit grössten Pestizidproduzenten - dieser Ableger der früheren Basler Chemie ist inzwischen in chinesischen Händen. In der Nachbargemeinde Muttenz BL habe zudem der deutsche Multi Bayer einen Produktionsstandort.

Mehr Teilnehmer als letztes Jahr

In Basel fand die bewilligte Demonstration zum vierten Mal statt; getragen wurde sie heuer von rund 60 Organisationen und Parteien. Auch Kleinkinder und Rentner liefen mit. Vertreten waren auch brasilianische Landlose. Die Protestierenden zogen friedlich vom Barfüsserplatz via Wettsteinplatz vor den Hauptsitz von Syngenta beim Badischen Bahnhof.

Beantragt war eine Demo-Route wie üblich durch die Innerstadt und über die Mittlere Brücke. Zweimal war dies zuvor bewilligt worden, 2017 wegen einer Grossbaustelle nicht. Diesmal verweigerten die Behörden auch ohne Baustelle die Innerstadt-Route, was linke Proteste auslöste und selbst das Kantonsparlament beschäftigte - ergebnislos.