Die UEFA lehnt bei der Euro 2020 ein Regenbogen-Farben Stadion in München ab. Dies sorgt in der Politik für Kopfschütteln.
Dagmar Freitag ist die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses. Foto: Fabian Strauch/dpa
Dagmar Freitag ist die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses. Foto: Fabian Strauch/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Stadion in München sollte in Regenbogenfarben erleuchten.
  • Dies als Zeichen zur Solidarität, nachdem Ungarn ein zweifelhaftes Gesetzt verabschied.
  • Die UEFA habe nicht erkannt, welche weltweite Welle sie damit auslöse, so Freitag.

Die UEFA hat entschieden, das Stadion zum deutschen Spiel an der Euro 2020 nicht in den Regenbogenfarben anleuchten zu lassen. Dies hat aus Sicht der SPD-Sportpolitikerin Dagmar Freitag eher zu einer breiteren Diskussion über das Thema geführt.

«Ich finde, dass sich die UEFA ein wirkliches Eigentor geschossen hat», sagte die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses dem TV-Sender Phoenix.

Allianz Arena Euro 2020
Die Allianz Arena in München wollte gegen das ungarische Gesezt protestieren. Die Uefa legte jedoch ihr Veto ein. - dpa

Die Europäische Fussball-Union habe nicht erkannt, welche weltweite Welle sie damit auslöse. «Beifall gab es ja eigentlich auch nur aus Ungarn», ergänzt Freitag. Sportverbände hätten kein Problem, mit autokratischen Staaten oder deren Sponsoren hochlukrative Werbeverträge abzuschliessen.

«Aber wenn es darum geht, im wahrsten Sinne des Wortes Flagge zu zeigen, dann wird es relativ dürftig.» Sport sei aber immer auch politisch, so auch die Euro 2020.

Im Deutschlandfunk zeigte sich die 68-Jährige wenig überrascht von der UEFA-Entscheidung für die Partie am Abend (21.00 Uhr). Die Enttäuschung bleibe trotzdem. Mit Blick auf die Spieler betonte Freitag: «Jeder muss bereit sein, sich gesellschaftspolitischen Diskussionen zu stellen.»

Unter Verweis auf menschenverachtende Kommentare in den sozialen Medien ergänzte sie: «Natürlich haben auch wir Gesprächsbedarf und nicht etwa nur die Ungarn.»

Verstehen Sie die Kritik an der Uefa?

Hintergrund des abgelehnten Antrages ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen bei Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt. Und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban.

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