Bevölkerung gespalten in Haltung gegenüber Künstlicher Intelligenz
Die Schweizer Bevölkerung sieht Chancen in der Künstlichen Intelligenz. Sie fordert aber mehr Kontrolle und digitale Souveränität. Während das Vertrauen in Schweizer Lösungen hoch bleibt, wächst die gesellschaftliche Skepsis gegenüber den Folgen der Digitalisierung.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (58 Prozent) bewertet demnach die digitale Infrastruktur als zentrale Stärke der Schweiz, wie es am Sonntag in einer Mitteilung der Auftraggeber des Digitalbarometers hiess. Auch die wissenschaftliche Forschung (49 Prozent) sowie die Innovationskraft der Wirtschaft (45 Prozent) werden weiterhin mehrheitlich positiv wahrgenommen.
Auffällig sei die verbesserte Wahrnehmung von Politik und Verwaltung: Während die digitale Verwaltung 2025 noch häufiger als Schwäche bewertet wurde, wird sie laut Digitalbarometer 2026 mit 41 Prozent der Nennungen positiver wahrgenommen.
Trotz dieser positiven Signale zeichne sich aber ein Stimmungswandel ab. Die seit 2020 überwiegend positive Wahrnehmung des Einflusses der Digitalisierung auf die Gesellschaft drehe sich nun erstmals: 41 Prozent der Befragten bewerten diesen Einfluss heute eher oder sehr negativ, während ihn nur noch 34 Prozent eher oder sehr positiv einschätzen.
Auch das persönliche Überforderungsgefühl wächst laut Digitalbarometer: Rund ein Viertel der Bevölkerung hat das Gefühl, mit dem Tempo der Digitalisierung grundsätzlich nicht mehr Schritt halten zu können.
Dabei erwartet fast jede zweite Person, dass die Chancen von Künstlicher Intelligenz (KI) in den nächsten fünf Jahren ihre Risiken überwiegen werden. Dort, wo KI bereits konkret eingesetzt wird, etwa in der Industrie und in der Produktion, werden die Potenziale laut Digitalbarometer deutlich positiver bewertet.
Gleichzeitig bleibt die Bevölkerung insgesamt ambivalent. Nur 27 Prozent glauben, dass Künstliche Intelligenz neue berufliche Chancen schaffen wird, und 47 Prozent erwarten deutliche Veränderungen in der Arbeitswelt, ohne zu wissen, wohin die Entwicklung führt.
Besonders kritisch wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Bereichen bewertet, die direkt mit Menschen und sensiblen gesellschaftlichen Fragen verbunden sind, etwa im Bildungs- oder Gesundheitsbereich.
Dies geht aus dem am Sonntag veröffentlichten Digitalbarometer hervor, basierend auf einer Umfrage unter 1278 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Studie wurde von der Stiftung Risiko-Dialog umgesetzt, von der Mobiliar unterstützt und in Partnerschaft mit Digitalswitzerland durchgeführt.






