Wie die Gemeinde Volketswil mitteilt, weist das Budget 2023 einen Ertragsüberschuss von 722‘000 Franken aus. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 38 Prozent.
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Das Budget 2023 der politischen Gemeinde Volketswil ist geprägt durch den geplanten Wegzug der Firmen der La Prairie Group AG und damit durch den Finanzausgleich. Als Folge davon sinkt die seit Jahren unterdurchschnittliche Steuerkraft der Gemeinde Volketswil weiter. Die im Vergleich zum Kantonsmittel unterdurchschnittliche Steuerkraft in Volketswil verschärft sich somit nochmals.

Dank des Finanzausgleichsgesetzes wird dieser Steuerausfall jedoch durch den Ressourcenausgleich (Finanzausgleich) abgefedert. Die Berechnungen basieren auf der Steuerkraft pro Einwohner. Diese betrug im Jahr 2021 noch 3189 Franken. Die Berechnungen für das Budget 2023 ergeben einen Wert von 2715 Franken pro Einwohner.

Das Gemeindeamt des Kantons Zürich rechnet für das Jahr 2023 mit einem Kantonsmittel der relativen Steuerkraft pro Einwohner von 4100 Franken (2021: 3941 Franken). Dies bedeutet bei steigender Steuerkraft des Kantons Zürich, Stadt Zürich immer ausgeklammert, und sinkender Steuerkraft der Gemeinde Volketswil, dass der Finanzausgleich entsprechend höher ausfällt.

Finanzausgleich steigt auf 23,5 Millionen Franken

Gesamthaft ergibt die Berechnung für das Budget 2023 23,5 Millionen Franken Finanzausgleich für die Politische Gemeinde und Schulgemeinde. Der Anteil der Politischen Gemeinde beträgt 8,7 Millionen Franken. Die restlichen 14,8 Millionen Franken gehen an die Schulgemeinde. Die Aufteilung erfolgt im Verhältnis zum Steuerfuss (38 Prozent zu 65 Prozent).

Die Nettoausgaben im Sozialbereich steigen mit 406‘600 Franken um drei Prozent. Dank höherer Staatsbeiträge ab dem Jahr 2022 für die grossen Posten Ergänzungsleistungen zur AHV und IV können sie einigermassen stabil gehalten werden.

Firmenwegzug beeinflusst Steuerertrag

Eine Beurteilung der Entwicklung bei den ordentlichen Steuern 2022 durch die Abteilung Finanzen zeigt, dass der Steuerertrag aktuell 1,3 Prozent über dem Budget liegt. Die ordentlichen Steuern der Politischen Gemeinde bewegen sich mit 19,93 Millionen Franken (Steuerfuss 38 Prozent) 0,28 Millionen Franken über den Erwartungen.

Im Budget 2023 wurde der Steuerertrag reduziert um den Steuerertrag der Firmen der La Prairie Group AG, was zu wesentlich tieferen Zahlen geführt hat. Bei den Grundstückgewinnsteuern zeigt der Stand Mitte August 2022 veranlagte Fälle von 9,3 Millionen Franken bei einem Budget von 5,4 Millionen Franken. Im Budget 2023 sind 6,5 Millionen Franken vorgesehen.

Zurückhaltung bei Investitionen

Sämtliche Investitionen des Jahres 2023 können voraussichtlich mit den vorhandenen flüssigen Mitteln finanziert werden. Das Investitionsvolumen des Verwaltungsvermögens bewegt sich im Jahr 2023 auf unterdurchschnittlichem Niveau und beträgt rund 5,6 Millionen Franken. Das Budget enthält nur die notwendigsten Investitionen.

Die Nettoinvestitionen pro Einwohner betragen rund 293 Franken (Vorjahr: 242 Franken).

Über das Budget 2023 stimmen die Bürger am 2. Dezember 2022 ab

Der Voranschlag 2023 der Politischen Gemeinde mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 38 Prozent und einem Ertragsüberschuss von 722‘000 Franken wird dem Souverän an der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember 2022 zur Abstimmung unterbreitet.

Finanzplanung 2022 bis 2026 sieht Investitionsprojekte von 51,5 Millionen Franken vor

Am 6. September 2022 hat der Gemeinderat nebst dem Budget 2023 auch den Finanzplan 2022 bis 2026 verabschiedet. Dieser wurde gemeinsam mit der Schulgemeinde erstellt und sieht Investitionsprojekte von gesamthaft 51,5 Millionen Franken vor. Davon entfallen 29,1 Millionen Franken (56 Prozent) auf die Politische Gemeinde.

Die finanzielle Lage muss nach wie vor im Auge behalten werden. Im Jahr 2022 dürfte nach heutigem Stand der Erkenntnisse bei der Politischen Gemeinde dank hoher Grundstückgewinnsteuern erneut ein Ertragsüberschuss von circa vier bis fünf Millionen Franken resultieren.

Ab 2026 wird der Rechnungsausgleich bei der Politischen Gemeinde jedoch verfehlt werden. Dennoch kann für die nahe Zukunft bei der Politischen Gemeinde mit einer stabilen Steuerbelastung gerechnet werden.

Finanzpolitische Herausforderungen zeichnen sich ab

Aus finanzpolitischer Sicht steht die Gemeinde in den kommenden Jahren weiterhin vor grossen Herausforderungen wie beispielsweise die Positionierung der Gemeinde. Der Gemeinderat möchte die Steuerbelastung der Einwohner möglichst tief halten.

Die Aufwandüberschüsse der vergangenen Jahre konnten jedoch nur dank des hohen Nettovermögens, welches durch überdurchschnittliche Grundsteuereingänge über die Jahre entstanden ist, aufgefangen werden. Die Finanzplanung ist eine rollende Planung und wird jährlich überarbeitet.

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