Die Bündner Lehrerinnen und Lehrer sollen pro Woche eine Lektion weniger arbeiten. Mit dieser Anpassung des Pensums will der Verband Lehrpersonen Graubünden (LEGR) die zusätzliche Schulwoche kompensieren, die Graubünden auf das kommende Schuljahr einführt.
Graubünden
Erstklässler einer Schule in Graubünden. (Symbolbild) - Keystone

Aufgrund eines Beschlusses des Grossen Rats aus dem Jahr 2012 und wegen der Einführung des Lehrplans 21 dauert das Schuljahr in Graubünden neu 39 statt 38 Wochen. LEGR fordert deshalb eine Entlastungslektion für die Lehrpersonen, wie der Verband am Montag mitteilte.

Der Grosse Rat soll die Anpassung in eine anstehende Schulgesetz-Revision aufnehmen. Gemäss einer Arbeitszeiterhebung des Schweizer Verbands LCH aus dem Jahr 2019 leisten die Lehrerinnen und Lehrer in Graubünden bereits heute drei Wochen Überzeit pro Jahr. Mit der zusätzlichen Schulwoche wären es vier Wochen Überzeit.

Mit einer wöchentlichen Entlastungslektion soll dies kompensiert werden. Das Pensum würde so von 29 auf 28 Wochenlektionen verkleinert. Das Bündner Parlament trage die Verantwortung für die Volksschule und damit für faire Anstellungsbedingungen aller Lehrpersonen, schreibt LEGR.

«Es kann nicht sein, dass der Grosse Rat die Lehrpersonen mit einer zusätzlichen Belastung ins Burn-out laufen lässt und damit riskiert, dass die Qualität des Unterrichts aufgrund ungenügender Arbeitsbedingungen leidet», heisst es im Communiqué. Die Forderung nach einer Entlastung um eine Wochenlektion sei massvoll.

Die LEGR-Leitung sei zuversichtlich, dass das Parlament mit der Schulgesetz-Revision die Situation für die Lehrpersonen verbessern werde. Die Besetzung der Stellen mit gut ausgebildeten Lehrpersonen werde immer schwieriger. Mit den geforderten Anpassungen könne das Parlament Gegensteuer geben und Graubünden als Standort attraktiver machen.

Mehr zum Thema:

Parlament