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iPhones in EU ohne KI-Siri - Apple greift Kommission an

Keystone-SDA
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USA,

Apple macht einen neuen Anlauf bei Künstlicher Intelligenz – doch Nutzer in der EU bekommen auf iPhones und iPads keinen Zugang zu vielen neuen Funktionen. Der Konzern kritisiert die EU-Kommission.

Apple macht einen neuen Anlauf bei Künstlicher Intelligenz - doch Nutzer in der EU bekommen auf iPhones und iPads keinen Zugang zu vielen neuen Funktionen. Der Konzern kritisiert die E...
Apple macht einen neuen Anlauf bei Künstlicher Intelligenz - doch Nutzer in der EU bekommen auf iPhones und iPads keinen Zugang zu vielen neuen Funktionen. Der Konzern kritisiert die E... - KEYSTONE/EPA/LIPO CHING

Apple wirft der EU-Kommission vor, mit Forderungen nach einer vollständigen Öffnung seiner iPhones und iPads für KI-Assistenten anderer Anbieter die Privatsphäre der europäischen Nutzer zu gefährden. Der Konzern entschied, stattdessen die neue Version seiner Assistenzsoftware Siri mit Künstlicher Intelligenz auf iPhone und iPad nicht in der Europäischen Union verfügbar zu machen.

Auf Mac-Computern und der Computer-Brille Vision Pro werden auch europäische Nutzer darauf zugreifen können. Denn die EU hat US-Konzern in diesen Segmenten nicht als «Gatekeeper» mit viel Marktmacht eingestuft.

Apple habe der Kommission die Risiken eines «wirklich uneingeschränkten» Zugangs von Assistenten anderer Anbieter zum gesamten Betriebssystem und allen Informationen erklärt, sagte Marketingchef Greg Jozwiak. «Aber sie haben unsere Bedenken komplett zurückgewiesen.»

Apple habe auch bereits im vergangenen Jahr einen konkreten Vorschlag für eine technische Lösung vorgelegt, mit der aus Sicht des Konzerns die Zugangsanforderungen erfüllt und zugleich der Datenschutz gewahrt geblieben wäre. Die Kommission habe ihn jedoch abgelehnt, ohne sich damit auseinanderzusetzen.

Das EU-Digitalgesetz DMA (Digital Markets Act) schreibt unter anderem vor, dass als Gatekeeper eingestufte Unternehmen Konkurrenten den gleichen Zugang zu ihren Plattformen bieten müssen wie ihren eigenen Diensten. Apple argumentiert, die neue KI-Siri sei so datenschutzfreundlich umgesetzt, dass der Konzern selbst dabei keinen Zugriff auf die Informationen der Nutzer bekomme.

Der Apple-Vorschlag für andere Anbieter sieht demnach vor, dass nach einem ähnlichen Muster deren KI-Modelle zwar Anfragen der Nutzer erfüllen könnten, aber keine Daten behielten. Dieser Plan sei weiterhin auf dem Tisch.

Apple stellte die neue Siri mit Künstlicher Intelligenz am Montag auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC vor. Die Software soll sich von anderen KI-Angeboten dadurch abheben, dass sie besonders tief ins Leben der Nutzer eingebettet ist.

Als ein Beispiel einer Frage, die man der neue Siri stellen könne, nennt Apple etwa: «Wie hiess der Podcast, den mir meine Schwester neulich empfohlen hat?»

Um dies zu beantworten, muss die Software unter anderem die E-Mail oder Textnachricht kennen, in der der Name des Podcasts gefallen sein könnte, richtig die Unterhaltung verstehen – und zunächst einmal wissen, wer in den Kontakten die Schwester ist. Ein weiterer Vorteil vieler Angebote aus einer Hand: Danach kann man Siri auch gleich bitten, den Podcast abzuspielen.

«Wenn das alles funktioniert, ist es die KI, die die Leute wollen», sagt Branchenexperte Avi Greengart von der Analysefirma Techsponential. Die Vorsicht ist nicht unbegründet: Ursprünglich kündigte Apple eine Siri mit ähnlichen Fähigkeiten bereits auf der WWDC vor zwei Jahren an.

Doch im Jahr darauf musste der Konzern einräumen, dass die Software nicht verlässlich genug sei. Danach wurde die technische Basis umgebaut – unter anderem mit Verwendung von KI-Modellen des Rivalen Google. Apple betont aber, dass der Internet-Riese dabei keinen Zugang zu Nutzerdaten bekomme.

Analyst Francisco Jeronimo von der Marktforschungsfirma IDC sieht in der neuen KI-Siri eine strategische Weichenstellung für Apple: Sie könne der neue Weg werden, über den Nutzer mit iPhones und künftigen Gerätekategorien des Konzerns interagieren. Zugleich müsse Apple nun aber auch die Erwartungen der Nutzer erfüllen: Kunden werden Siri danach bewerten, ob sie sie verstehe, und die Personalisierung sich nützlich und nicht aufdringlich anfühle.

Erstmals bekommt Siri, die vor rund 15 Jahren als Sprachassistentin auf iPhones kam, eine eigenständige App. Apple-Manager Mike Rockwell zeigte in einer aufgezeichneten Demonstration, wie die neue Siri den Termin des nächsten Konzerts einer Musikerin in der Nähe sowie Informationen zum Ticket-Verkauf heraussuchen, eine Erinnerung erzeugen und danach auf Wunsch einen ihrer neuen Songs abspielen kann.

Zunächst wird die neue KI-Siri nur auf Englisch angeboten. Weitere Sprachen sollen «schnell» folgen, sagte Software-Chef Craig Federighi. Zunächst gibt es eine Testversion der neuen Software für Entwickler. Allgemein eingeführt werden die neuen Programme und Funktionen traditionell ab Herbst.

Während Apple mit den Siri-Problemen kämpfte, überboten sich Google als Entwickler des konkurrierenden Mobil-Betriebssystems Android und der grosse iPhone-Rivale Samsung mit Ankündigungen immer neuer KI-Assistenzfunktionen. Gemessen daran wirkte Apple im Rückstand – den Kunden schien das jedoch egal zu sein.

Die Verkäufe der Apple-Geräte stiegen weiter und das iPhone schubste nach Berechnungen von Marktforschern Samsung nach vielen Jahren vom Smartphone-Thron. Federighi erlaubte sich zugleich einen Seitenhieb gegen Unternehmen die in einem Wettlauf «KI im Namen von KI» verfolgten und dabei nicht die Interessen der Nutzer beachteten.

Es ist die letzte WWDC für Tim Cook als Konzernchef. Im September soll der bisher für Geräte zuständige Top-Manager John Ternus die Führung übernehmen.

Kommentare

User #4301 (nicht angemeldet)

Schon wieder Negatives von der EU. Die EU macht die EU kaputt und die Menschen merken es immer noch nicht, bis es zu spät ist.

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