Bei einem Nationalpark in Andalusien geht der Grundwasserspiegel kontinuierlich zurück. Grund dafür sind tatsächlich Erdbeer-Plantagen und Touristen.
Blick auf den Naturpark von Doñana. Beim Schutz des wegen des Tourismus und der intensiven Landwirtschaft von Austrocknung bedrohten Naturparadieses Coto de Doñana muss sich Spanien in Zukunft viel mehr anstrengen. Foto: María José López/Europapress/dpa
Blick auf den Naturpark von Doñana. Beim Schutz des wegen des Tourismus und der intensiven Landwirtschaft von Austrocknung bedrohten Naturparadieses Coto de Doñana muss sich Spanien in Zukunft viel mehr anstrengen. Foto: María José López/Europapress/dpa - dpa-infocom GmbH

Erdbeeren sowie Urlauber gefährden ein Naturparadies im Süden Spaniens. Nun kann ein Gerichtsurteil die Rettung eines der wichtigsten Feuchtgebiete der Erde bedeuten.

Der EU-Gerichtshof in Luxemburg gab am Donnerstag einer Klage der Kommission wegen unterlassenen Schutzes des Nationalparks statt. Es handelt sich dabei um einen Nationalpark in Andalusien - eines der wichtigsten Feuchtgebiete der Erde. Das Urteil sei «historisch», hiess es von der Umweltschutzorganisation WWF.

In dem 1969 gegründeten Nationalpark, der zusammen mit einer als Naturpark geschützten Fläche und einer «Pufferzone» knapp 130'000 Hektar umfasst und damit halb so gross wie das Saarland ist, geht der Grundwasserspiegel schon seit Jahren dramatisch zurück, wie WWF und andere Umweltschutzorganisationen klagen. Der Grund: Legale und illegale Brunnen werden benutzt, um grosse Wassermengen abzuzweigen.

Mit dem Wasser werden Touristen versorgt und landwirtschaftliche Anbauflächen bewässert - vor allem Erdbeer-Plantagen. Die roten Früchte werden in Deutschland und ganz Europa verkauft. Diese Produktion erhöht auch die Nitratbelastung des Wassers. Spanien unternehme «keine geeigneten Schritte, um die Verschlechterung von geschützten Lebensräumen in den Feuchtgebieten zu verhindern», hatte die EU-Kommission 2019 bei ihrer Klage geschrieben.

Der WWF rief nach dem Urteil die Zentralregierung in Madrid und die Regionalbehörden dazu auf, alle illegalen Bohrlöcher sofort zu schliessen und der intensiven Landwirtschaft ein Ende zu setzen. Falls das passiert, würden Erdbeeren wohl teurer werden.

Das Feuchtgebiet entlang des Flusses Guadalquivir, das Bundeskanzlerin Angela Merkel im August 2018 auf Einladung von Ministerpräsident Pedro Sánchez besuchte hatte, weist eine einzigartige Vielfalt an Ökosystemen auf. Es beherbergt eine reiche Fauna und Flora, darunter kritisch gefährdete Arten wie den Kaiseradler, den Iberischen Luchs und die Maurische Landschildkröte. Weiterhin gibt es Wanderdünen, endlose Strände, Wälder, Buschwerk und Sumpfgebiete.

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