Theaterbesucher bleiben wohl wegen der Pandemie noch immer lieber zu Hause. Das Berliner Theatertreffen verkauft ungewohnt wenige Tickets.
Berliner Theatertreffen
Yvonne Büdenhölzer, Leiterin Berliner Theatertreffen, spricht zur Eröffnung des Berliner Theatertreffens. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Berliner Theatertreffen kann nicht so viele Tickets wie sonst verkaufen.
  • Den Grund dafür sieht die Festivalleiterin in der anhaltenden Pandemie.
  • Das Theater als Ganzes stehe vor einem Umbruch.

Die Theaterwelt steht nach Einschätzung von Festivalleiterin Yvonne Büdenhölzer vor etlichen Veränderungen. «Ich glaube, das Theater befindet sich gerade in einer grossen Umbruchszeit», sagte die Leiterin des Berliner Theatertreffens der Deutschen Presse-Agentur. Einerseits liege das an der Pandemie.

«Wir haben beim Berliner Theatertreffen nicht die Verkaufszahlen, die wir hatten, als wir 2019 das letzte Mal analog stattgefunden haben.» Sie habe unterschiedliche Erklärungen dafür.

Berliner Theatertreffen muss mit Netflix mithalten

«Ich glaube, dass das Publikum nach zwei Jahren Pandemie noch nicht wieder an dem Punkt ist, im Theater zu sein. Das hat auch damit zu tun, dass andere Dinge in den Fokus gerückt sind. Netflix. Zuhausebleiben.»

Berliner Theatertreffen
Das Publikum sitzt bei der Eröffnung vom Berliner Theatertreffen im großen Saal im Haus der Berliner Festspiele - Keystone

Viele hätten ihr Konsumverhalten umgestellt, sagte Büdenhölzer im Hinblick auf das Berliner Theatertreffen. «Und ich glaube, es gibt auch immer noch Personen, die es meiden, in Räume mit vielen Menschen zu gehen. Und andere, die sich am Tragen einer Maske stören.»

«Es wird diskutiert, dass der Verkauf besser wäre, wenn man die Maskenpflicht abschaffen würde. Und andere wiederum sagen, sie würden nicht in ein Haus ohne Maskenpflicht gehen.»

Krieg in der Ukraine und die Maske

«Ich denke, dass auch der Angriffskrieg Putins und die damit verbundene weltpolitische Lage eine Rolle spielen. Ich glaube, dass Menschen in Krisenzeiten verstärkt darüber nachdenken, ob sie ins Theater gehen möchten. Dabei sind die Theater als Orte der Freiheit und Demokratie gerade in Krisenzeiten wichtig», sagte Büdenhölzer. Zudem sieht sie eine Umbruchphase in der Theaterwelt, weil richtigerweise zunehmend Macht- und Strukturfragen gestellt würden.

«Der Abgesang des Theaters wurde schon oft beschrien. Und ich bin der Überzeugung, dass das Theater eine so grosse Relevanz hat, dass es auch diese Krise überleben wird. Ich glaube aber tatsächlich, dass sich das Theater – unabhängig von der Pandemie – verändern muss.» Das habe damit zu tun, welche Themen man erzähle, müsse aber auch schon mit Theaterbesuchen in der Schule beginnen.

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