Coronavirus: Schweizer Einkaufstouris droht Superspreader-Event

Ab Mittwoch geht Deutschland erneut in einen harten Lockdown über. Zum Wochenstart werden Hamsterkäufe erwartet – auch von Schweizer Einkaufstouristen.

Beim Einkaufen in Baden-Württemberg gilt 2G. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland geht am Mittwoch erneut in einen harten Lockdown.
  • Ausser Lebensmittelgeschäften und Apotheken müssen alle Läden schliessen.
  • Die beiden Tage davor könnten zum Superspreader-Event mutieren.

Deutschland macht am kommenden Mittwoch dicht. Kurz vor Weihnachten geht das Nachbarland wegen des Coronavirus erneut in einen harten Lockdown über. Die Furcht vor Hamsterkäufen ist gross. Auch Schweizer Einkaufstouristen könnten am sogenannten «Superspreader-Event» teilnehmen.

48-Stunden-Öffnung

Öffnen dürfen in Deutschland ab kommendem Mittwoch nur noch Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Banken. Alles andere wie Coiffeur- oder Kosmetiksalons, Tattoo-Studios oder ähnliche Einrichtungen bleiben geschlossen.

Detailhändler fürchten sich zum Wochenstart vor einem regelrechten Ansturm. Politiker sprechen beim Gedanken an Montag und Dienstag sogar von einem Superspreader-Event. Erste Hamsterkäufe haben bereits wieder begonnen, wie die «Bild» berichtet.

Angst vor dem Coronavirus? Deutschlands Lebensmitteldiscounter fürchten sich vor einem erneuten Ansturm. - dpa-infocom GmbH

Um die Ansteckungen möglichst gering zu halten, steht auch die Idee einer 48-Stunden-Öffnung im Raum. Sie stammt von FDP-Fraktionsvize Michael Theurer: «Es wird jetzt einen Ansturm auf Geschäfte geben. Sinnvoll wäre daher, die Öffnungszeiten bis in die Nacht auszuweiten, um diesen Ansturm zu entzerren. Eine 48-Stunden-Öffnung verhindert Schlangenbildung, wozu es aus infektiologischer Sicht keinesfalls kommen darf.»

Nächtliche Ausgangssperre wegen Coronavirus

Auch zahlreiche Schweizer dürften sich als Einkaufstouristen unter die Menge mischen. Trotz hartem Lockdown bleibt es Bewohnern aus elf Kantonen weiterhin erlaubt, sich während 24 Stunden in Deutschland aufzuhalten. Daran ändert sich auch ab kommendem Mittwoch nichts.

Die Grenze zu Deutschland ist nach dem Coronavirus-Lockdown wieder geöffnet. - Keystone

Vereinzelt kommen in den verschiedenen Bundesländern nächtliche Ausgangssperren zu den übrigen Massnahmen hinzu. So gilt sie auch im angrenzenden Bundesland Baden-Württemberg zwischen 20 und 5 Uhr morgens. Während dieser Zeitspanne darf man sich nur mit einem guten Grund im Freien aufhalten.

Familienweihnachten doch möglich

Wer sich länger in Deutschland aufhalten will, der muss sich nach dem Grenzübertritt in Quarantäne begeben. Dennoch kann das Familienfest zu Weihnachten stattfinden.

Vom 24. bis zum 26. Dezember gelten diverse Ausnahmen. So dürfen etwa Treffen mit vier Personen aus je einem verschiedenen Haushalt stattfinden.

Ein Weihnachtsbaum. (Symbolbild) - dpa

Kinder unter 14 Jahren sind von den Regelungen ausgenommen, sie zählen also nicht zu den vier Personen hinzu. Das letzte Wort in Sachen Familienweihnachten hat aber jedes Bundesland für sich selbst. Die Entscheidungen werden anhand der Infektionszahlen getroffen.