WEBVTT

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So kommt es heraus, wenn im Nationalrat Alkohol im Spiel ist.

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Das ist das Abstimmungsergebnis zur Motion

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«Marschhalt bei neuen Empfehlungen zum mässigen Alkoholkonsum».

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Es geht nach dem Wortlaut um die Frage,

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ob das Parlament dem Bundesrat vorläufig

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verbieten soll zu empfehlen: Wenn Alkohol, dann besser mit Mass.

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Die bürgerliche Mehrheit – das sind die grünen Punkte – findet,

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der Bundesrat solle aufhören, darauf hinzuweisen,

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der massvolle Konsum sei vernünftig.

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SVP und FDP finden das praktisch einstimmig. Die Mitte mit Enthaltungen.

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Zur Klarstellung: Die Mehrheit des Nationalrats war nicht

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betrunken während dieser Abstimmung, sondern stocknüchtern.

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Darum ist dieser Entscheid nicht irgendwie noch amüsant,

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sondern höchst bedenklich.

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Hier geht es nicht um ein Glas mehr oder weniger.

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Es geht um die Frage: Zählt die Wissenschaft – oder zählt sie nicht?

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Zählen Fakten – oder zählen sie nicht?

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Sagen wir den Leuten, was Sache ist, oder verschweigen wir es?

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Was den Alkoholkonsum betrifft, ist die Faktenlage unmissverständlich.

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Die Wissenschaft ist sich einig.

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Es gibt keinen unbedenklichen, risikolosen Konsum.

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Schon drei Deziliter Bier pro Tag oder ein Deziliter Wein

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erhöhen das Risiko von Mundhöhlen-Krebs,

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Rachen-Krebs,

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Kehlkopf-Krebs,

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Speiseröhren-Krebs,

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Brust-Krebs,

00:01:18.670 --> 00:01:19.690 align:center position:auto
Leber-Krebs

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und Dickdarm-Krebs.

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Plus: Alkohol kann zu Bluthochdruck führen,

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zu Herzinsuffizienz, Diabetes und Leberzirrhose.

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Alkoholkonsum hat zudem häufig soziale Auswirkungen.

00:01:31.350 --> 00:01:34.440 align:center position:auto
Psychische Probleme und Gewalt mit verheerenden Folgen für

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andere Menschen und mit Milliardenkosten, die am Schluss wir alle tragen.

00:01:38.700 --> 00:01:41.350 align:center position:auto
Es ist einfach so. Nationalrat hin oder her.

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Also warum sollte man nicht darauf hinweisen dürfen,

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wohin der Alkoholkonsum führen kann.

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Warum soll der Bundesrat nicht empfehlen dürfen,

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dass ein massvoller Konsum sinnvoll ist.

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Weniger sei besser.

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Anders gefragt: Um was geht es bei dieser Motion wirklich?

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Ein kleiner Hinweis.

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Zudem ist der Alkoholkonsum in den letzten Jahren

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auch ohne Richtlinien deutlich zurückgegangen.

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Aha. Und es kommt noch mehr.

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Wenn man Empfehlungen zum Alkoholkonsum aufstellen will,

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die Ängste schüren, läuft man Gefahr,

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einen ohnehin schon wirtschaftlich angeschlagenen Sektor

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noch weiter zu schwächen.

00:02:13.730 --> 00:02:16.290 align:center position:auto
Und noch ein Hinweis aus der Debatte im Ständerat.

00:02:16.290 --> 00:02:20.080 align:center position:auto
Die betroffenen Branchen finden das definitiv nicht lustig,

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denn sie haben ohnehin mit dem rückläufigen Konsum zu kämpfen.

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Da liegt der Hund begraben.

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Oder besser gesagt die Weinflasche.

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Es geht um den rückläufigen Alkoholkonsum.

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Es geht um eine Branche, die nicht mehr

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so rund läuft, wie während Ewigkeiten.

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Der Nationalrat Patrick Hässig hat es auf den Punkt gebracht.

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Er hat den Mehrheitssprecher gefragt:

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Können Sie bestätigen, dass es sich bei dieser Motion

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um einen klassischen Lobby-Vorstoss handelt

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und dass der Motionär spannende Interessenskonflikte zur

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Genuss- und Alkoholindustrie in der Schweiz hat?

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Ein bestellter Lobby-Vorstoss also.

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Und die grosse Mehrheit im Rat steigt darauf ein.

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Wein vor der Wissenschaft. Fakten sind egal.

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Und darum ist das, was das Parlament da beschlossen hat

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– der Ständerat übrigens mit einer massiven Mehrheit von 4:1 –

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unter dem Strich überhaupt nicht amüsant.

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Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht so rüberkommt.

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Viele Leute unterschätzen die Gesundheitsrisiken des Alkoholkonsums.

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Auch das ist belegt.

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Wer Menschen wissenschaftliche Erkenntnisse vorenthält,

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nimmt ihnen die Möglichkeit, sich zu schützen.

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Das ist verantwortungslos.

